Aussprechen was ist – und mehr miteinander reden

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Schweigen ist Gold? Nein, Danke: Manches Missverständnis ließe sich durch bessere Kommunikation vermeiden.


Schweigen ist Gold? Nein, Danke: Manches Missverständnis ließe sich durch bessere Kommunikation vermeiden. Dann sind die Kunden zufriedener, Chefs und Mitarbeiter fröhlicher. Mit dem Mental-Coach Rasso Schatz sprach ich über die Top 3 der kommunikativen No Go’s. Dafür hält er 3 wertvolle Tipps parat, wie es besser geht.

 


Wie lässt sich im Fachhandel zielorientierter kommunizieren?
Die beiden Coaches Gudrun Jay-Bößl und Rasso Schatz tauschten sich aus.

Gudrun Jay-Bößl: Rasso, du bist – wie wir – viel in der Agrarbranche unterwegs. Häufig arbeitest du beim Landtechnik-Handel. Also in typisch mittelständischen Unternehmen. Was ist aus deiner Sicht dort die größte Herausforderung?

Rasso Schatz: Für mich ist es die interne Kommunikation. Hier ist der größte Handlungsbedarf. Einerseits reden die Mitarbeiter untereinander nicht genug, zum Beispiel die Verkäufer und die Leute aus der Werkstatt. Zweite Baustelle ist, dass die Chefs sich zum Teil nicht für den Menschen hinter dem Mitarbeiter interessieren. Sie merken nicht, ob der lacht und fröhlich ist, oder ob der Kopf hängt.

Gudrun: Was wünscht du dir?

Rasso: Mehr Respekt füreinander, für die Interessen des Anderen und mehr Stolz auf das gemeinsam Erreichte! Darum ist mein erster Tipp: Sprecht darüber, was stört. Klärt, ob das, was ihr verstanden habt, auch das ist, was gefordert ist. Also – Auftragsklärung.

Gudrun: Welche Baustellen kennst du noch?

Rasso: Die Verkäufermotivation – und die Beschreibung seines Jobs. Manchmal macht ein Verkäufer viel mehr, aber andere Tätigkeiten, als in seinem Jobprofil stehen, zum Beispiel schraubt er mit an der Maschine herum. Dadurch kommt er nicht zu seinen eigentlichen Aufgaben. Oder der Chef rennt durchs Haus und verteilt Aufgaben zweimal, weil er einem gerade über den Weg läuft – und später einem anderen. So entsteht Stress, weil der Mitarbeiter seine Ziele nicht erreicht. Das demotiviert. Und er selbst fühlt sich vollgeladen bis oben hin. Die Verbindlichkeit fehlt. Oft sehen die Chefs nicht, was sie an Verwirrung anrichten. Und auch der Mitarbeiter hat seinen Anteil daran. Hier ist meine Empfehlung: Dedizierte Aufgaben, dedizierte Jobs!

Gudrun: Als Commitment, sodass beide Seiten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, klar festhalten, was die Aufgabe ist, und was nicht?

Rasso: Ja! Ausdrückliche Jobdefinitionen helfen. Speziell in der aktuellen Situation, wo sich die Spreu vom Weizen trennt, ist Kommunikation ein Erfolgsfaktor. Ziel ist, sich vernünftig um den Kunden zu kümmern. Der Kunde, das ist meine Erfahrung, spürt das und honoriert das. Es ist Beziehungspflege…

Gudrun: … so wie im richtigen Leben zuhause?

Rasso: Genau. Da sorge ich ja auch für meine Partnerin und überlege, was ich tun kann, damit sie sich wohl fühlt!

Gudrun: Danke dir, lieber Rasso.

Die heutigen drei Tipps für eine bessere interne Kommunikation von Rasso kurzgefasst:

  1. Respektvoll miteinander umgehen, klären, was die gegenseitigen Erwartungen sind und gemeinsame Erfolge benennen und feiern!
  2. Verbindliche Jobdefinitionen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer schaffen Klarheit
  3. Kunden so pflegen, wie man es im zwischenmenschlichen Miteinander auf Beziehungsebene tut: Mit Perspektivenwechsel (was braucht der oder die Andere jetzt von mir?), Herz und Verstand!

Für unsere Blog-Leser: Nächste Woche gibt es dann drei Tipps aus den Innoreal-Coachings zum Thema interne Kommunikation.

About Gudrun Jay-Bößl

Gudrun Jay-Bößl, Heilpraktikerin für Psychotherapie, systemischer Coach und NLP-Master. Lösungsorientiert, pragmatisch und humorvoll. Mit innovativen Methoden aus der Kurztherapie auf zu neuen Möglichkeiten für die KlientInnen.