„Echtes Selbstvertrauen sieht anders aus“

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Im Coaching geht es oft um die Ich-Stärkung – das wird ein großes Thema bleiben. Zukünftig wird es aber noch mehr um die Stärkung des Gemeinschaftssinns gehen.


Über die Generation Y und Z wird viel diskutiert – vor allem, was sie für die Zukunft der Wirtschaft bedeuten könnten: Wie können Arbeitgeber sich auf den Generationenwechsel vorbereiten? Welche Chancen und Risiken stehen den Beteiligten bevor? Und manche fragen sogar: Sind die nachfolgenden Genrationen überhaupt mit der heutigen Arbeitswelt kompatibel?!

„Fehler“ in der Erziehung schaffen oft Probleme im Erwachsenenalter

In Bezug auf die Erziehung der kommenden Generationen werden immer wieder Forderungen laut, die nach mehr Gemeinschaftsgefühl verlangen. Denn daran scheint es den jungen Erwachsenen heute zu mangeln. Als systemische Coaches sehen wir auch, dass grundlegende systemische Regeln aus gut gemeinten Gründen manchmal verletzt werden: wenn z.B. Kinder in Entscheidungen mit eingebunden werden, die sie in ihrer Rolle als Kind noch gar nicht treffen sollten. Wenn ein Kind seinen Platz im Familiensystem nicht richtig einordnen kann, ergeben sich daraus im Erwachsenenalter oft Konflikte – im Inneren wie im Äußeren: Randale als Kind oder auch Unzufriedenheit bis hin zu Burnout als Erwachsener.

Aus der Sicht als Coach stelle ich mir die Frage: Was aber bedeutet das alles für die neuen Generationen? Welche Herausforderungen werden sich den zukünftigen Arbeitnehmern durch ihre gesteigerten Ansprüche und den (oft unterstellten) immer größeren Ich-Bezug in den Weg stellen? Auch im privaten Bereich werden sich Hürden zeigen, die sich auch auf den Berufsalltag auswirken.

Eine Stärkung des Miteinanders wird nötig sein

Daraus resultierend werden sich meiner Ansicht nach die Schwerpunkte im Coaching in den nächsten Jahren verlagern. Heute arbeiten wir mit unseren Coachees viel an der Ich-Stärkung und größerem Selbstvertrauen. Auch das wird weiterhin ein großes Thema sein, denn der viel unterstellte Narzissmus der neuen Generationen ist von echtem Selbstvertrauen leider oft weit entfernt. Ich vermute, dass es in Zukunft aber viel mehr um die Stärkung eines Gemeinschaftssinns gehen wird, dass ein noch größerer Schwerpunkt auf das Verständnis für die Mitmenschen gelegt wird.

Das bedeutet für die heutigen Generationen, die die Neuen in der Arbeitswelt in Empfang nehmen werden, mit gutem Beispiel voran zu gehen: Wir sollten uns in die Lage unserer Azubis, Trainees und jungen Kollegen versetzen. Ihre Sorgen und vermeintlichen Defizite vorausdenken, ihre Werte und Antreiber verstehen und mit ihnen gemeinsam an Lösungen arbeiten.

About Gudrun Jay-Bößl

Gudrun Jay-Bößl, Heilpraktikerin für Psychotherapie, systemischer Coach und NLP-Master. Lösungsorientiert, pragmatisch und humorvoll. Mit innovativen Methoden aus der Kurztherapie auf zu neuen Möglichkeiten für die KlientInnen.