Wenn die Schlafräuber kommen… (Teil 1)

Lesezeit: 3 Minuten.

Neue Wege zum besseren Schlaf finden – Interview mit dem Schlaf-Coach Miriam Krüger.


Stress runter, Entspannung hoch: Schlaf-Coach Miriam Krüger im Interview

Unsere Coach-Kollegin Miriam Krüger hat sich auf Schlaf-Coaching spezialisiert. Uns verrät sie heute, worum es grundsätzlich geht und das nächste Mal gibt es 7 Tipps für entspannteren Schlaf.

Was Miriam Krüger und uns hier eint, ist der wertschätzende und systemische Blick auf die Klienten: Miriam Krüger gehört zu unserem kollegialen Coach-Netzwerk. Auch sie arbeitet mit dem humanistischen Ansatz von C. Rogers und stellt die Lösungsorientierung in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Die Besonderheiten von Miriam sind ihre energetische Herangehensweise und ihr Schlaf-Coaching. Weil gerade das schlechte Schlafen etwas ist, dass fast jede und jeder von uns kennt, erfahren wir im Folgenden mehr von Miriam: Heute viel über die Hintergründe und neue Wege zum besseren Schlaf.


Gudrun Jay-Bößl (links) und Miriam Krüger (rechts) im Interview zum Thema Schlaf-Coaching

Gudrun Jay-Bößl: Miriam, warum ist guter Schlaf so wichtig?
Miriam: In Deutschland leiden mehr als 20 % der Bevölkerung an Einschlafstörungen. Oft ist Stress die Ursache. Aber guter Schlaf ist ein zentrales, extrem unterschätztes Grundbedürfnis der Menschen und essentiell für die Erhaltung der vollen Leistungs- Konzentrations- und Belastungsfähigkeit. Wir müssen das, was wir erlebt haben, verarbeiten – das tun wir im Schlaf. Für unser Immunsystem ist die Phase des Tiefschlafs entscheidend. Außerdem läuft die Zellgeneration auf Hochtouren.

Du sprichst von Stress als einer Ursache. Was sind typische Problem deiner Klienten?
Es ist dauerhafte Überlastung, es sind unverarbeitete Themen, aber auch Dinge, die sich die Menschen antun, und die nicht hilfreich sind: Spät abends noch telefonieren oder online sein. Falsche Ernährung, ein unpassendes Schlafumfeld und mangelnde Schlafhygiene haben ebenfalls Einfluss auf den Schlaf. Die Sprichwörter: „Auf dem Zahnfleisch gehen“ und „Die Zähne zusammen beißen“ bedingen sich geradezu gegenseitig. Wer Stress hat, presst die Zähne aufeinander oder er knirscht. Davon wird er wach – und kann wegen Stress nicht wieder einschlafen. Da heißt es dann, am nächsten Tag die Zähne zusammen beißen. Das dreht sich im Kreis!

Was ist das Besondere an deinem Schlaf-Coaching?
Zunächst einmal ist es so, dass ich mit einem Zahnarzt und einer Heilpraktikerin zusammenarbeite. Hier werden die organischen Ursachen abgeklärt. Wenn es dann eher ein psychisches Anliegen ist, komme ich mit meinem ganzheitlichen Programm ins Spiel.

Was meinst du damit genau, Miriam?
Ich schaue auf den Schlaf und die Prozesse, die darum herum laufen. Um wieder durchzuschlafen und morgens erholt aufzuwachen, brauchen Menschen die richtige Kombination aus Schlafdauer, Qualität und Effizienz.

Ich schaue, mit was die Leute sich beschäftigen. Schlaf ist ja der Spiegel der Seele. Wer viel grübelnd zurückschaut, nach dem Motto Hätte, hätte Fahrradkette, ist wenig bei sich. Es fehlt die Achtsamkeit sich selbst gegenüber. Darum führe ich zu Beginn des Coachings eine umfangreiche Schlafanalyse durch, um die wirklichen Ursachen der Schlafprobleme herausfinden. Dabei erfasse ich nicht nur das Schlafverhalten, sondern wir setzen uns auch mit der persönlichen Problematik auseinander. Wir klären so, welches die „Schlafräuber“ sind, denen mein Klient in die Falle gegangen ist.

„Aufräumen und loslassen!“
Neben dem eigentlichen Coaching im Gespräch schauen wir auch, wie meine Klienten durch ein paar einfache Änderungen der Lebensgewohnheiten ihren Schlaf verbessern können. Das kann die Zeit sein, wo man/frau zu Bett geht – man sollte sich hier eine Routine angewöhnen, mit immer der gleichen Uhrzeit – oder die Lektüre: Ein Gruselkrimi ist nicht so angebracht vor dem Einschlafen. Auch die Umgebung, das Licht – alles, was äußerlich belastet, lässt sich leicht verändern. Und im Gespräch selbst erarbeiten wir dann, wie mein Klient oder meine Klientin mit dem Problematischen umgehen. Ziel ist, dass sie wieder mehr im Hier und Jetzt sind. Was sie nicht ändern können, sollten sie loslassen.

Miriam, arbeitest du da auch mit Aufstellungen?
Ja, auch – und mit spezieller Meditation. Oft ist es ja der innere Perfektionist, der die Menschen antreibt. Die Rastlosigkeit muss runter! Es geht darum, diesen Teil von uns anzunehmen, der immer alles gut machen will, zu wertschätzen für die Arbeit, die er für uns tut und gemeinsam dann neue Wege finden. Der Aufbau des eigenen Selbst ist zentral. Es geht hier auch um Selbstliebe!

Welche Resonanz erhältst du von deinen Coachees?
Durch Schlafcoaching schaffen sie es, trotz Stress und immer höherer Anforderungen im Beruf, entspannt(er) zu bleiben. Ihr Schlaf wird durch schlaffördernde Maßnahmen effizienter: Sie fühlen sich wieder fit und ausgeruht – ihre Lebensqualität steigt. Wer lernt, wieder gezielt abzuschalten, hat diesen Effekt auch dauerhaft.

Zusammengefasst ist es also ein ganzheitliches Programm, dass aus Gesprächen, Interaktionen wie Aufstellung und Meditation und ganz praktischen „Aufräummaßnahmen“ besteht?
Ja, genau, es geht um die richtige Strategie und Rituale, die man neu für sich integriert. Dann kommt der entspannte Schlaf wie von allein – das führt zu einer besseren Lebensqualität!

Danke Miriam – und das nächste Mal stellen wir deine Schlaftipps vor!

About Gudrun Jay-Bößl

Gudrun Jay-Bößl, Heilpraktikerin für Psychotherapie, systemischer Coach und NLP-Master. Lösungsorientiert, pragmatisch und humorvoll. Mit innovativen Methoden aus der Kurztherapie auf zu neuen Möglichkeiten für die KlientInnen.