Damit Corona nicht zur Psycho-Krise wird – Tipps für Ihren Alltag – was tun?

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Viele von Ihnen sitzen zuhause, ob in Quarantäne, Home-Office, weil Sie zu einer Risiko-Gruppe gehören oder sicherheitshalber. Das Gefühl, eingesperrt zu sein, und nicht frei entscheiden zu können, führt bereits bei einigen zu Verunsicherung und Ängsten. Wie lässt sich die psychische Gesundheit erhalten?

Einige Klientinnen und Klienten haben mich bereits angesprochen, wie sie den Alltag in der Wohnung oder Haus besser bewältigen können. Hier finden Sie einige Tipps – auch aus meiner eigenen Erfahrung.

Damit Corona nicht zur Psycho-Krise wird
Damit Corona nicht zur Psycho-Krise wird

 

Meine Geschichte: 54 Tage Alltag ohne Ablenkung – allein zu Haus

Aufgrund einer Neurasthenie im letzten Jahr (ich hatte zu viel gearbeitet und war dann physisch und psychisch erschöpft), musste ich im Sommer / Herbst 2019 insgesamt 54 Tage zuhause verbringen. Außer einer kleinen Walkingrunde morgens ging nichts mehr. Wie habe ich das überstanden? Das Wichtigste war eine klare Tagesstruktur. Ich wusste ja nicht, wie lange ich krank sein würde. Für mich ist diese Erfahrung durchaus vergleichbar mit der aktuellen Situation heute im März 2020.

 

Diese Tipps können Ihnen weiterhelfen:

  • Strukturieren Sie sich Ihren Tag entsprechend Ihrer Möglichkeiten: Zu einer festen Zeit aufstehen, Haushalt machen, wer darf/kann: Rausgehen, sonst drinnen Sport treiben, Mahlzeiten zu einer festen Zeit einnehmen, sich jeden Tag eine Aufgabe vornehmen (Aufräumen, Buch oder Zeitung lesen, etwas malen, wer einen Garten hat: Unkraut jäten etc.)
  • Duschen und sich etwas „Vernünftiges“ anziehen: Das hebt das Selbstwertgefühl und verhindert „Schlumi-haftes Verhalten“
  • Fernsehen und Internet zu bestimmten Zeiten: Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Informationen zu Corona, schauen Sie Ihre Lieblings-Serie und dann schalten Sie aus. Sie machen sich sonst nur selbst verrückt.
  • Bleiben Sie in Kontakt: Telefonieren Sie mit anderen und nutzen Sie die sozialen Medien, um sich auszutauschen.
  • Sorgen und Ängste mit anderen teilen und gemeinsam Lösungen suchen: Was ausgesprochen ist, ist bearbeitbar – und damit veränderbar.
  • Machen Sie sich ein Bild vom Ziel, wenn alles überstanden ist: Hilfreich ist auch, sich konkret auszumalen, wie es sein wird, wenn Sie wieder unbeschränkt raus dürfen und das Leben wieder normal verläuft. Ich habe mir letztes Jahr tatsächlich ein Bild gemalt, wie es aussieht, wenn ich wieder gesund und fit am Mittellandkanal lang jogge. Daran habe ich mich erinnert, wenn es mir mal nicht so gut ging.
  • Trinken Sie nicht zu viel Alkohol. Am besten, gar keinen. Das Maß, was Männer am Tag vertragen, sind nach unterschiedlichen Quellen zwischen 20 bis 40 g – Frauen die Hälfte. Ein kleines Glas Bier (300 ml) liegt bei 12 g Alkohol, ein Glas Wein (200 ml) bei 20 g. Alkoholkonsum kann, neben vielen anderen physischen und psychischen Folgeschäden, auch depressiv machen!
  • Gönnen Sie sich hin und wieder etwas Schönes: Das kann eine leckere Praline sein. Oder Sie lächeln sich im Spiegel an und sagen 3 mal am Tag: „Ich schaffe das!“
  • Finden Sie abends heraus: Was war heute das Schönste, das Schlimmste, was war das Unwichtigste und worauf freuen Sie sich morgen? Wenn Sie das ein paar Tage machen, wird sich Ihre Einstellung vielleicht etwas verändern… Übrigens: Dieser Tipp gilt auch für die Zeit nach Corona….

 

 

About Gudrun Jay-Bößl

Gudrun Jay-Bößl, Heilpraktikerin für Psychotherapie, systemischer Coach und NLP-Master. Lösungsorientiert, pragmatisch und humorvoll. Mit innovativen Methoden aus der Kurztherapie auf zu neuen Möglichkeiten für die KlientInnen.