Neurolinguistisches Programmieren (NLP)

Mit NLP lässt sich die Flexibilität des eigenen Denkens und Handelns erhöhen. Und wie heißt es so schön? „Der Flexible führt.“

Seitdem ich NLP selbst lebe und damit in Coaching, Beratung und Therapie arbeite, weiß ich: Bei einer Entscheidung, wie man sich verhält oder vorgeht, hat man immer (mindestens) drei Wahlmöglichkeiten. Allein dieses Wissen wirkt schon befreiend. Ein Beispiel: Man fühlt sich geärgert. Jetzt könnte man wütend werden und rumschreien, sich beleidigt zurück ziehen oder einfach drüber lachen – oder den anderen fragen, was er damit erreichen will. Das sind schon 4 Möglichkeiten.

Mit NLP lernt man, sein eigenes Gehirn aktiv zu nutzen. Man muss kein „Opfer“ mehr sein, sondern kann das Leben positiv, im Hier und Jetzt gestalten – verantwortungsvoll und selbstbestimmt.

Darum kann NLP dazu beitragen, persönlich selbstbestimmter und erfolgreicher zu werden: Glücklicher, zielstrebiger und auch gesünder. Für mich ist NLP eher eine offene, zugewandte und empathische Haltung als „nur“ eine Methode.

 

Im Folgenden stelle ich vor, was die drei Buchstaben bedeuten, wo NLP herkommt, was es genau bringt, und wie ich damit arbeite.

 

Bedeutung und Definition von NLP

Neurolinguistisches Programmieren – NLP – bedeutet im Wortsinne folgendes:

Neuro: Es geht um das Nervensystem und die Sinne. Hier steht die Wahrnehmung im Mittelpunkt; es ist eine Methode, die auf der Wahrnehmung (und nicht auf der Interpretation) basiert. Es geht um Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Riechen. Denn alles, was wir wahrnehmen, verarbeiten wir intern als Denkprozess und handlungsanleitende Impulse weiter.

Linguistisch: Bei NLP in Coaching und Therapie geht es um alles, was mit Sprache im Denken, Sprechen und Körperausdruck zu tun hat bzw. wie wir Botschaften übermittelten. Also Sprache, Mimik, Gestik, Symbole.

Programmieren: Bei diesem etwas technisch klingenden Begriff geht es um den Prozess des Lernens durch sinnvoll aufeinander aufbauende Erfahrungen. Jedes Muster, das wir irgendwann erlernt haben, weil es mal sinnvoll und wichtig war, kann man verändern, wenn es nicht mehr zielführend ist. So lassen sich Selbstbewusstsein aufbauen und das eigene Selbstwertgefühl steigern. Das sind wichtige Grundlagen, z.B., um seine Ziele leichter zu erreichen, um gelassener zu sein, um sich vor Burn-Out zu schützen oder um eine depressive Phase zu bewältigen. Darum geht’s bei NLP.

 

Wie entstand NLP – und warum eigentlich?

Warum sind manche Coaches und Therapeuten so viel erfolgreicher als andere? Die US-Amerikaner und NLP-Gründer John Grinder und Richard Bandler wollten genau das wissen: Sie begannen ab 1972, die Vorgehensweisen erfolgreicher Therapeuten wie Virginia Satir (Familienaufstellungen) und Milton Erikson (Hypnotherapie) zu studieren. Sie wollten deren Herangehensweisen kennenlernen, wissen, wie Veränderung erfolgreich funktionieren kann – und dieses Wissen modellhaft für andere nutzbar machen. Sie untersuchten darum haarklein, wie diese berühmten und erfolgreichen Therapeuten vorgingen und entdeckten bestimmte Muster. Daraus entwickelte sich NLP.

 

Weiterentwicklungen von NLP: Robert Dilts, Tad James und Wyatt Woodsmall

Weitere Therapeuten entwickelten NLP weiter – so entstand nach und nach ein eigenes Modell, die Welt zu sehen.

Besonders beeindruckt hat mich z.B. Robert Dilts mit seinen Arbeiten zur Auflösung einschränkender Glaubenssätze – also, wenn wir etwas Negatives über uns und die Welt denken und es uns belastet, weil wir z.B. negative Erfahrungen gemacht haben. Hier nutze ich als Format oft den „Walking Change Belief Process“, bei dem man quasi im Gehen seine negativen Glaubenssätze ablegt und einen neuen, hilfreichen Glaubenssatz als Ziel aufbaut. Durch die Schritte, die Bewegung, verankert sich das neu Erfahrene und Erlebte u.a. auch körperlich.

Oder ich nutze Robert Dilts‘ Entwicklung der neurologischen Ebenen des Lernens (in Anlehnung/Weiterentwicklung von Vorarbeiten von Gregory Bateson, dem angloamerikanischen Antropologen und NLP-Vordenker). Systematisch lässt sich so ein nachhaltiger Veränderungsprozess initiieren – z.B. hin zu mehr Selbstbewusstsein und gestärkter Identität. Das hilft bei Krisen, Zweifeln, depressiven Verstimmungen und bei dsyfunktionalen Verhalten.

Ebenfalls sehr gut praktisch anwendbar ist die Timeline-Arbeit mit NLP, um Ressourcen aufzubauen und negative Erlebnisse und Emotionen zu verarbeiten. Die Timeline ist eine visuelle Darstellung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, z.B. mit einem Seil auf dem Fußboden. Sie wurde von Tad James und Wyatt Woodsmall entwickelt. Mit der Timeline lassen sich z.B. Ziele erreichen und Widerstände auf dem Weg dorthin bewältigen.

 

Der Nutzen von NLP

  • NLP basiert auf einem gemeinsamen Miteinander, auf Verständnis und Empathie. NLP’ler nennen dieses Band zwischen Klientin und Therapeutin/Coach „Rapport“.
  • NLP ist immer zielorientiert: Das hilft Klientinnen und Klienten – dank der Klarheit; man kommt gut und schnell voran.
  • NLP ist ressourcenorientiert: Wenn ein Mensch etwas schon mal konnte oder sich vorstellen kann, dann kann er das auch. Alles steckt in uns drin – man muss es nur zum Vorschein bringen.
  • NLP ist systemisch im Sinne des „Öko-Checks“: Mit dem Begriff ist gemeint, ob es Gründe gegen die avisierte Veränderung geben könnte. Also innere (eigene Zweifel) oder externe Widerstände (Widersacher, Gegner) oder andere Hemmnisse. Es gibt immer wieder Leute, die etwas dagegen hätten, wenn sich jemand verändert, sich z.B. sich weniger abhängig verhält. Die Lösung des Klienten und der Weg zum Ziel werden dann solange angepasst, bis es passt – für den Klienten! Solch ein „Öko-Check“ steht also für die Nachhaltigkeit einer Veränderung.
  • NLP lässt sich überall einsetzen (Persönlichkeitsentwicklung, Business, Alltag, Beziehungen) und ist mittlerweile weltweit eine anerkannte Methode. Zu Beginn gab es Kritiker und Zweifel, ob NLP nicht „manipulativ“ wäre. Ja, in dem Sinne, dass es funktioniert und jeder sein Gehirn jetzt selbst nutzen kann, stimmt das 😊 Beispiel: Wenn man denkt „An solch einem Tag gelingt mir nichts“ – könnte man sich fragen: Was kann denn der Tag dafür? Ich kann es selbst verändern, was ich wie denke! Insofern stärkt NLP den Appell an die Selbstverantwortung. So zu denken und zu handeln, muss man natürlich wollen – und damit beginnt Veränderung…

Ich habe NLP bei Marion Lockert (NLP-Practitioner nach DVNLP) und danach bei Dr. Alexa Mohl (NLP-Master nach DVNLP) in Hannover gelernt. Die Bücher von Dr. Alexa Mohl geben einen hervorragenden Überblick und tiefen Einblick in die Philosophie und das präzise Vorgehen. Diese Vorgehensarten werden „Formate“ genannt. Jedes Format eignet sich für verschiedene Ziele – und man kann sie kombinieren.

NLP lässt sich auch wundervoll bei der Teamentwicklung anwenden – auch hierzu habe ich verschiedene Fortbildungen besucht.

Insgesamt betrachte ich NLP als meine Basis in Coaching, Beratung und Therapie. Warum? Man lernt dabei, sehr sorgfältig wahrzunehmen, was beim Anderen (und sich selbst) los ist. Mit diesem aufmerksamen und zugewandten „Kalibrieren“ kann man der Klientin wunderbar Hinweise geben, was sie schon gut kann. Man kann lösungsorientiert fragen und mit dem Klienten die Lösungswelt aufbauen. Vielfältig, individuell – ohne Schubladen, ganz frei.

Und als Sprachwissenschaftlerin liebe ich den sorgfältigen Umgang mit Sprache. Damit lässt sich so viel verändern – manchmal in Sekunden.

Das Neurolinguistische Programmieren ist eine vielseitig einsetzbare Methode. Ich setze es bei allen Themenschwerpunkten der Praxis KAGU ein.

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