Systemische Beratung und systemische Therapie

Keiner lebt für sich allein: Menschen werden in Familiensysteme hineingeboren; Menschen arbeiten in Unternehmen und Organisationen – alles Systeme mit verschiedenen Akteuren und Mitgliedern.

Systeme prägen und umgeben uns. In der systemischen Beratung und systemischen Therapie geht es darum, konstruktive und qualitativ gute Bindungen zu anderen aufbauen und führen zu können. Es gehört aber auch dazu, sich abgrenzen zu können (und innerlich zu dürfen) und an der richtigen Stelle „Nein“ zu sagen.

Ich setze die systemische Beratung und systemische Therapie dann ein, wenn es um Bindung und Zugehörigkeit, um Abgrenzung, Konflikt, Stress, Verwirrung und Verstrickung geht. Also ziemlich häufig.

Werden die Verhältnisse systemisch geklärt, findet sich i.d.R. recht schnell eine Lösung; die Menschen können sich freier entfalten und selbstbestimmt ihren Weg gehen.

 

Ich arbeite nach der Schule der systemischen Strukturaufstellungen:

Das bedeutet, ich arbeite mit großer Lösungsorientierung (siehe auch meine Informationen zur lösungsfokussierten Kurztherapie) und mit einer klaren Grammatik, deren Mittelpunkt die Fokussierung auf das Anliegen der Klientin/des Klienten ist. Meine systemische Arbeit ist ein Angebot – keine „Wahrheit“. Es geht bei mir auch nicht um „irgendwelche Energien“, sondern über Veränderungen, die nachvollziehbar sind.

Ich gehe transparent vor: Im Gespräch stelle ich Fragen und entwickele Hypothesen aufgrund der Informationen, die mir die Menschen geben. Das kann z.B. im Kontext der Wunderfrage von Steve de Shazer (aus der lösungsfokussierten Kurztherapie) geschehen oder bei der Genogramm-Arbeit (ähnlich eines Stammbaums) aus der lösungsorientierten Traumatherapie.

Diese Hypothesen werden dann über kleine Übungen „ausprobiert“ und damit verifiziert bzw. falsifiziert. So nähert man sich logisch dem Problem, findet neue Wege und kann gemeinsam eine pragmatische Lösung entwickeln. Sie sehen also: Meine Methoden greifen sinnvoll ineinander, um so das maximale Ergebnis für die Klientinnen und Klienten zu erzeugen.

 

Was sind typische Fälle für die systemische Beratung bzw. die systemische Therapie?

Wenn Anliegen immer wieder auftauchen, kann dahinter etwas stecken, was auf eine systemische Ursache deutet: Immer wieder scheitern die Liebes-Beziehungen. Immer wieder wird der eigene Erfolg sabotiert. Immer wieder gibt es Stress auf der Arbeit, mit dem Vorgesetzten, den Kolleginnen und Kollegen oder den Mitarbeitenden.

Ein zweites typisches Indiz für einen systemischen Hintergrund ist, wenn Menschen Überzeugungen haben, dass sie etwas nicht „dürfen“. Hier kann eine unbewusste Loyalität mit dem Schicksal eines anderen Familienmitglieds dahinterstecken, z.B. wenn ein Geschwisterkind direkt nach der Geburt starb und ein nachfolgendes Kind scheinbar unbegründet häufig traurig ist, weil es die Trauer der Eltern (aus Liebe) unbewusst übernommen hat. Das nachfolgende Kind denkt dann (auch noch als Erwachsener), es dürfe nicht glücklich sein.

Es gibt auch viele Fälle, wo Dinge aus den Generationen vor uns unbewusst übernommen wurden – Stichwort Epigenetik. So individuell wie wir Menschen sind, so individuell sind die Anliegen und Fälle in der systemischen Beratung und systemischen Therapie.

 

Was leitet mich in der systemischen Arbeit?

Der Leitsatz der systemischen Strukturaufsteller im Umfeld deren Begründer, Professor Dr. Matthias Varga von Kibéd und der Diplom-Psychologin Insa Sparrer, vermittelt durch meinen Ausbilder, Christopher Bodirsky, lautet: „Wir verbinden leidvoll Getrenntes – und wir trennen auch leidvoll Verbundenes.“ Was heißt das?

Es gibt Beziehungen zwischen Menschen, die elementar wichtig sind. Sind sie z.B. wegen Trennung, Flucht oder Konflikt unterbrochen, weil „jemand aus der Familie ausgestoßen wurde“, oder man über die Großeltern nicht sprechen darf, kann es sein, dass Menschen nicht in ihre Kraft finden – unbewusst. Hier gebe ich Unterstützung, damit die Klientin bzw. der Klient die Bindung oder Beziehung gefühlt wieder herstellen kann. Ob die Klientin bzw. der Klient das dann auch im echten Leben angeht, bleibt ihnen überlassen. Es geht um die veränderte innere Einstellung. Dabei kann auch die Aussöhnung mit bereits verstorbenen Menschen möglich sein.

Es gibt aber auch Fälle, wo es besser, hilfreich und auch ratsam ist, sich abzugrenzen. Etwa, wenn eine Mutter ihre Tochter immer wieder demütigt, schlägt, einsperrt, ausgrenzt, abwertet – oder gar bei einem Missbrauch wegschaut. Hier ist es an der Zeit, sich emotional abzugrenzen – und dies mit gutem Gefühl zu dürfen: Schluss mit Loyalitäten, die einem das eigene Leben vergällen. Dies trotzdem so wertschätzend hinzubekommen, dass die Klientin es für sich annehmen kann, geschieht in der systemischen Therapie.

Das Ziel der systemischen Arbeit ist, die Gegenwart im Hier und Jetzt leben zu können, ohne psychisches Leiden, ohne zermürbende Konflikte und Grübeln in der Vergangenheit. Optimismus und das Gefühl, dass es immer Hoffnung gibt, sind wertvolle Helferlein an meiner Seite.

 

Drei Systemdynamiken, die eine Rolle spielen können

  1. Das Prinzip der Zugehörigkeit: Bindung ist elementar. Wer zur Familie gehört, gehört ein Leben lang dazu. In einer Firma endet die Zugehörigkeit, wenn der Arbeitsvertrag vorbei ist. Oft aber schwingt doch noch etwas nach. Zeit für eine Klärung!
  2. Klären von Rang und Reihenfolge: Wer länger da ist oder hierarchisch höher steht, hat einen anderen Platz als die, die danach kamen. Gerade in einer Firma scheinen sich diese beiden Prinzipien zu beißen: Dauer der Zugehörigkeit versus Hierarchie. Da kommt ein neuer, junger Chef und alle „Altgedienten“ mit x Jahren Firmenzugehörigkeit sind bedient. Systemisch kann man austarieren, wie es gelingen kann, dass das Team wieder performt. Ein Stichwort: Führen von Hinten – mehr dazu erarbeiten wir gemeinsam in der Praxis KAGU!
  3. Ausgleich von Geben und Nehmen – Streben nach einer guten Balance: Wie auf einer Kinderschaukel sollte es ein konstruktives Hin und Her sein. Oder wie bei der Säge auf der Hochzeit, wo erst das rhythmische Miteinander zur Lösung führt. Denn, wer dauerhaft zu viel gibt, kann keinen Ausgleich mehr bekommen – wie soll der Andere das denn anstellen? Wer auf der anderen Seite immer nur nimmt, gerät systemisch ebenfalls in ein Unlot.

 

Die systemische Beratung/Therapie kommt in der Praxis KAGU zum Einsatz, wenn es nicht nur um den einzelnen Menschen geht, sondern auch um sein System. Und das spielt irgendwann immer eine Rolle!

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