Gehen oder bleiben: Was ist das Richtige?

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Gehen oder bleiben: Was ist das Richtige?

„Love it, change it or leave it“ riet mir vor x Jahren eine Coach-Kollegin, als es darum ging, ob ich den damaligen Job wechsele, dableibe oder etwas ganz Neues anfange. Was steckt dahinter und wie trefft ihr eine passende Entscheidung, die zu euch und euren Werten passt?

Ist die Summe der „Ja‘s“ größer als die der kleinen „Nein´s“? Werte helfen bei der Orientierung!

Entscheidungen werden immer in Unsicherheit getroffen – logisch, sonst wären es keine. Wie könnt ihr die Sicherheit erhöhen, das für euch Richtige zu tun? Eine ganz praktische Idee ist, für eine Zeit eine Pro- und Contra-Liste zu machen:

Was ist mir im Job wichtig?

Welche Werte sollten erfüllt sein? Zum Beispiel: etwas frei gestalten können? Oder lieber in klaren Strukturen Dinge (ab-)arbeiten? Oder das Beides in Balance, mal so – mal so?

Eine Idee dazu: Macht euch eine Liste der 3 bis 5 wichtigsten Werte. Beispiele: Sicherheit, Wir-Gefühl, Geld, persönliche Anerkennung, sich beweisen können… Dann schaut mal für eine Woche, ob, wann und wie oft ihr diese Werte im Job leben könnt. Am besten, eine Art Stundenplan machen und farblich markieren: Zum Beispiel: Von 9 bis 12 Uhr habe ich heute ein Meeting gehabt. Dabei konnte ich nach meinen Werten A, B und C leben und agieren.

Ist alles im grünen Bereich gewesen, also konntet ihr nach euren Werten handeln, tragt ihr z.B. ein „Grün“ (pro Wert) in euren Stundenplan ein. Gelb markiert „unentschieden“ und Rot steht für „Geht gar nicht“. Am Ende der Woche habt ihr ein eindeutiges Bild: Ja, es ist dieser Job oder nein, ich gehe. Bei einer unentschiedenen Wochenauswertung einfach den Zeitraum verlängern. Ich empfehle euch, eine typische Woche zu nehmen.

Passen die gesetzten Ziele in eurer Organisation zu euren persönlichen?

Hierzu nehmt ihr einige Bodenanker, z.B. Karten, auf die ihr den Namen eurer Firma schreibt und die Werte und Ziele, die das Unternehmen hat. Zwei bis drei Karten/Stühle reichen. Positioniert eine Karte auf einen Stuhl! Das Gleiche für das eigene Selbst und eure Werte: Zum Beispiel eine Karte für „Gudrun mit ihrer Fragestellung“ und zwei, drei Karten für die entscheidenden Werte auf je einen Stuhl. Nicht zu viel, sonst wird es unübersichtlich!

Worum es geht, wird mit ein bisschen Vorstellungskraft in wenigen Minuten deutlich

Die Stühle werden im Raum aufgestellt. Ihr stellt euch jeweils hinter einen Stuhl, berührt die Rückenlehne mit euren Händen und nehmt den Unterschied zu vorher wahr: Fühlt ihr euch wohl dort? Wen könnt ihr sehen? Wer ist verdeckt? Wer sieht euch? Was macht das mit euch? Wird euch unangenehm kalt, kriegt ihr Gänsehaut oder fühlt ihr euch ganz klein – oder im Gegensatz ganz groß und stark? So erfahrt ihr anhand eurer körperlichen Reaktionen, wie z.B. die Organisation mit ihren Zielen und Werten auf euch schaut.

Gleicht das mit euren kogniviten Erfahrungen ab!

Dazu geht ihr raus aus der Position der Firma und reflektiert von außerhalb: ist es (auch) das, was ihr wollt? Um das zu validieren, geht ihr auch in eure Positionen (wieder hinter die Stühle stellen). So bekommt ihr einen ersten Eindruck, was von außen von euch erwartet wird – auf der „hidden Agenda“. Und die kann ganz anders sein, als offiziell verlautbart.

Das hilft bei der Entscheidung. Im Coaching begleiten wir diesen Entscheidungsprozess gern mit euch. Wir leiten euch dabei an, gehen auch mit in die unterschiedlichen Positionen und berichten euch stellvertretend, was wir wahrnehmend. Oft ist es faszinierend, wie genau es zu dem passt, was ihr erlebt (was wir ja gar nicht wissen können). So testen wir für und mit euch nach und nach die Optionen aus. Wir entdecken, wo die mögliche Veränderungsenergie steckt und was euer persönliches Ziel dazu „sagt“, wenn ihr etwas anders macht. So habt ihr in wenigen Stunden Klarheit – ein Ende des Grübelns ist in Sicht!

About Gudrun Jay-Bößl

Gudrun Jay-Bößl, Heilpraktikerin für Psychotherapie, systemischer Coach und NLP-Master. Lösungsorientiert, pragmatisch und humorvoll. Mit innovativen Methoden aus der Kurztherapie auf zu neuen Möglichkeiten für die KlientInnen.