Die (folgenschwere) Kettenreaktion psychischer Erkrankungen für die gesamte Volkswirtschaft

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Kennen Sie das? Sie sind unkonzentriert, verlieren öfter den Faden und fühlen sich leer und ausgelaugt? Das könnten Hinweise auf ein psychisches Ungleichgewicht sein.


Kennen Sie das? Sie sind unkonzentriert, verlieren öfter den Faden und fühlen sich leer und ausgelaugt? Das könnten Hinweise auf ein psychisches Ungleichgewicht sein.

 

Das kommt heutzutage öfter vor, als man denkt. Psychische Erkrankungen nehmen in Deutschland immer weiter zu – das belegen Studien der gesetzlichen Krankenkassen. Darunter leidet nicht nur der Betroffene. Familienmitglieder sowie die Unternehmen und damit die gesamte Volkswirtschaft sind davon maßgeblich betroffen.

 

Im Laufe der Jahre ist die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage wegen psychischer Leiden kontinuierlich gestiegen – zwischen 2001 und 2012 um 78,5%! (Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014, S. 31). Jede zweite Diagnose bei Krankschreibung geht auf psychische Leiden zurück. Auch die Dauer psychisch bedingter Krankheitsfälle ist mit 39,1 Tagen dreimal so hoch im Vergleich zu körperlichen Erkrankungen mit 13,3 Tagen (BKK Gesundheitsreport 2015, S. 247 & S. 39).

Was sind die Ursachen psychischer Erkrankungen?

Ein Grund für die drastische Zunahme ist die stärkere Sensibilisierung der Patienten und Ärzte. Die Bundespsychotherapeutenkammer schätzt, dass viele psychische Leiden über Jahre hinweg übersehen oder nicht richtig diagnostiziert wurden.

 

Die Ursachen der psychischen Probleme vermuten Gewerkschaften, Betriebsärzte und Psychologen aber vor allem in der stark beschleunigten Arbeitswelt. Heute muss jeder produktiv, mobil und flexibel sein. Darüber hinaus soll man immer verfügbar und ständig erreichbar sein. Immer mehr Aufgaben und Leistungsdruck führen zu Stress und Konfliktsituationen, die als Hauptursache psychischer Leiden gelten.

 

Was kostet das die Wirtschaft?

Die Folge für Unternehmen und Volkswirtschaft: Ausgaben in Milliardenhöhe! Pro Jahr betragen die Krankheitskosten für psychische Erkrankungen ca. 16 Milliarden Euro – Tendenz steigend! Bis 2030 können diese bis auf 32 Milliarden Euro anwachsen.

 

Dabei sind die indirekten Kosten durch reduzierte Produktivität noch gar nicht berücksichtigt. Die Produktionsausfallkosten sind von 4 Milliarden im Jahr 2008 auf 8,3 Milliarden in 2014 gestiegen. Die Bruttowertschöpfung ereilte ein ähnliches Schicksal. Im gleichen Zeitraum ist der Ausfall von 7 Milliarden auf 13,1 Milliarden Euro angestiegen. (Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014, S. 44).

 

Prävention im Unternehmen kann sich auszahlen. Durch die Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens am Arbeitsplatz können Krankheitsausfälle reduziert und die Produktivität insgesamt erhöht werden.

 

Quellen:

https://psyga.info/psychische-gesundheit/daten-und-fakten/

https://www.aachener-zeitung.de/ratgeber/gesundheit/mehr-junge-arbeitnehmer-fehlen-wegen-psychischer-probleme-1.355475

https://www.bmg.bund.de/themen/praevention/betriebliche-gesundheitsfoerderung/seelische-gesundheit/gesundheit-und-wohlbefinden-am-arbeitsplatz.html

https://www.abendblatt.de/wirtschaft/article108542139/Ausfaelle-wegen-psychischer-Leiden-auf-Hoechststand.html

https://psyga.info/psychische-gesundheit/daten-und-fakten/

About Gudrun Jay-Bößl

Gudrun Jay-Bößl, Heilpraktikerin für Psychotherapie, systemischer Coach und NLP-Master. Lösungsorientiert, pragmatisch und humorvoll. Mit innovativen Methoden aus der Kurztherapie auf zu neuen Möglichkeiten für die KlientInnen.