Nur die Harten kommen in’ Garten?

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Viele Fach- und Führungskräfte arbeiten deutlich mehr als 40 Stunden in der Woche. Wenn ich ihnen in das Gesicht schaue, wirken sie blass und erschöpft. Trotzdem ist ihre Überzeugung: „Da müssen wir durch!“ Es scheint keine Wahl, keine Alternative zu geben.

Manche glauben, wer weniger als 10 oder sogar 12 Stunden am Tag arbeitet, wäre nicht tough enough. Ich habe auch schon erlebt, dass eine junge Führungskraft sich gar nicht getraut hat, am Freitagnachmittag einmal eher zu gehen – was könnten denn die Anderen denken?

 

Volles Risiko?!

Was bleibt auf der Strecke? Sport – „da komme ich gar nicht mehr zu,“ heißt es noch mit einem halbwegs schlechten Gewissen. Schließlich ist man ja wichtig, muss immer da sein. Stattdessen also abends: Sofa, falsche und fettreiche Ernährung, Alkohol, spät ins Bett. Pausen machen und einhalten? Fehlanzeige, stattdessen werden Mails gecheckt.

Das hohe Arbeitspensum fordert irgendwann seinen Tribut

Die Gesundheit – körperlich und psychisch – ist in Gefahr. Der Stress zeigt sich z.B. in weniger Belastbarkeit und Widerstandskraft, in Verspannungen, Schlafstörungen und dem unguten Gefühl, im Hamsterrad zu stecken. Gereiztheit kommt dazu – auch die Familie, die Partnerschaft oder der Kontakt zu Freunden kann darunter leiden.

Die Frage, was der Sinn oder das Ziel ist, stellt „man“ sich lieber nicht. Es ist halt so. Oder?

 

Umdenken und einfach mal etwas ein kleines bisschen anders machen

Es gibt viele Möglichkeiten, an dem „Warum mache ich das so?“ zu arbeiten. Aber was funktioniert vielleicht einfach so, zwischendurch im Büro – trotz hoher Belastung und langen Arbeitstagen?

  • Bewusst aufschauen und den Körper strecken. Wenn man nach oben schaut, geht es einem besser
  • Gern die Arme mit nach oben nehmen und dabei tief einatmen und wieder nach unten – und dabei tief ausatmen. Dreimal hilft schon.
  • Oder aus dem Fenster schauen, ruhig atmen und eine Minute an nichts denken
  • Etwas Wasser trinken, den Schluck ganz langsam genießen und nachspüren, wie das Getränk vom Körper aufgenommen wird
  • Diese Übungen am besten alle 60 bis 90 Minuten wiederholen.

 

Allein schon die Beschäftigung mit dem eigenen Körper kann zu mehr Achtsamkeit mit sich selbst führen. Man kann spüren, wie sich der Körper beruhigt und man entspannt.

Denn „Nur die Harten kommen in den Garten“ ist nichts mehr als ein Glaubenssatz – es geht auch anders. Es ist die innere Haltung – wer diese verändert, kann dem Stress gelassener gegenübertreten. Die kleinen Übungen können ein erster Schritt sein.

 

 

About Gudrun Jay-Bößl

Gudrun Jay-Bößl, Heilpraktikerin für Psychotherapie, systemischer Coach und NLP-Master. Lösungsorientiert, pragmatisch und humorvoll. Mit innovativen Methoden aus der Kurztherapie auf zu neuen Möglichkeiten für die KlientInnen.